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Isaacs Jorge

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–Schone Lilie in deinem Haar: So eine habe ich noch nie im Garten gesehen.

Maria versuchte, ihre Verbluffung zu verbergen, und antwortete mit fast unhorbarer Stimme:

–Diese Art von Lilien gibt es nur in den Bergen.

In diesem Moment sah ich ein freundliches Lacheln auf Emmas Lippen.

–Und wer hat sie geschickt?
– , fragte mein Vater.

Marys Verwirrung war bereits spurbar. Ich schaute sie an, und sie muss etwas Neues und Ermutigendes in meinen Augen gefunden haben, denn sie antwortete mit einem festeren Akzent:

–Ephraim warf einige in den Garten, und wir fanden es schade, dass sie, da sie so selten waren, verloren gingen: dies ist einer von ihnen.

–Mary", sagte ich, "wenn ich gewusst hatte, dass diese Blumen so wertvoll sind, hatte ich sie fur dich aufbewahrt; aber ich fand sie weniger schon als diejenigen, die taglich in der Vase auf meinem Tisch stehen.

Sie verstand den Grund meines Unmuts, und ihr Blick sagte es mir so deutlich, dass ich furchtete, man konne mein Herzklopfen horen.

An diesem Abend, als die Familie den Salon verliess, sass Maria zufallig neben mir. Nach langem Zogern sagte ich schliesslich zu ihr mit einer Stimme, die meine Ruhrung verriet: "Maria, die waren fur dich, aber ich konnte deine nicht finden".

Sie stammelte eine Entschuldigung, als ich auf dem Sofa uber meine Hand stolperte und ihre mit einer Bewegung festhielt, die ich nicht kontrollieren konnte. Sie horte auf zu sprechen. Ihre Augen sahen mich erstaunt an und losten sich von den meinen. Er fuhr sich mit der freien Hand angstlich uber die Stirn, stutzte den Kopf darauf und versenkte den nackten Arm in das nachste Kissen. Endlich erhob sie sich, bemuht, das doppelte Band von Materie und Seele zu losen, das uns in diesem Augenblick verband, und als ob sie eine begonnene Uberlegung beendete, sagte sie so leise zu mir, dass ich sie kaum horen konnte: "Dann … werde ich jeden Tag die schonsten Blumen pflucken", und verschwand.

Seelen wie die von Maria kennen die weltliche Sprache der Liebe nicht; aber sie zittern bei der ersten Liebkosung desjenigen, den sie lieben, wie die Mohnblume des Waldes unter den Flugeln der Winde.

Ich hatte Maria gerade meine Liebe gestanden; sie hatte mich ermutigt, es ihr zu gestehen, indem sie sich wie eine Sklavin erniedrigte, um diese Blumen zu pflucken. Mit Freude wiederholte ich ihre letzten Worte vor mir; ihre Stimme flusterte noch immer in mein Ohr: "Dann werde ich jeden Tag die schonsten Blumen pflucken".

Kapitel XII

Der Mond, der soeben voll und gross unter einem tiefen Himmel uber den hoch aufragenden Bergkammen aufgegangen war, beleuchtete die Dschungelhange, die stellenweise von den Wipfeln der Yarumos geweisst wurden, versilberte den Schaum der Wildbache und verbreitete seine melancholische Klarheit bis in den Talgrund. Die Pflanzen verstromten ihre sanftesten und geheimnisvollsten Dufte. Diese Stille, die nur vom Murmeln des Flusses unterbrochen wurde, war fur meine Seele angenehmer denn je.

Ich stutze mich mit den Ellbogen auf den Fensterrahmen und stelle mir vor, sie inmitten der Rosenstraucher zu sehen, mit denen ich sie an jenem ersten Morgen uberrascht hatte: Sie pfluckte dort den Lilienstrauss und opferte ihren Stolz ihrer Liebe. Ich war es, der von nun an den kindlichen Schlaf ihres Herzens storen wurde: ich konnte schon zu ihr von meiner Liebe sprechen, sie zum Gegenstand meines Lebens machen. Morgen! magisches Wort, die Nacht, in der uns gesagt wird, dass wir geliebt werden! Ihr Blick, der meinem begegnete, hatte nichts mehr vor mir zu verbergen; sie wurde zu meinem Gluck und Stolz verschonert werden.

Nie waren die Julidammerungen im Cauca so schon wie die von Maria, als sie sich mir am nachsten Tag vorstellte, kurz nachdem sie aus dem Bad gekommen war. Ihr schildpattfarbenes Haar war lose und halb gelockt, ihre Wangen hatten eine sanfte, verblasste Rosafarbe, die aber manchmal durch Erroten aufgehellt wurde, und auf ihren zartlichen Lippen spielte jenes keusche Lacheln, das bei Frauen wie Maria ein Gluck verrat, das sie nicht verbergen konnen. Ihr Blick, der jetzt mehr suss als strahlend war, verriet, dass ihr Schlaf nicht mehr so friedlich war, wie er gewesen war. Als ich mich ihr naherte, bemerkte ich auf ihrer Stirn ein anmutiges, kaum wahrnehmbares Zusammenziehen, eine Art gespielte Strenge, die sie mir gegenuber oft anwandte, wenn sie mir, nachdem sie mich mit dem ganzen Licht ihrer Schonheit geblendet hatte, das Schweigen auf die Lippen legte, um zu wiederholen, was sie so gut wusste.

Es war mir schon ein Bedurfnis, sie standig an meiner Seite zu haben, keinen Augenblick ihres Daseins zu verlieren, das meiner Liebe uberlassen war; und glucklich mit dem, was ich besass, und immer noch begierig nach Gluck, versuchte ich, aus dem vaterlichen Haus ein Paradies zu machen. Ich sprach mit Maria und meiner Schwester uber ihren Wunsch, unter meiner Leitung einige elementare Studien zu machen: sie waren wieder begeistert von dem Projekt, und es wurde beschlossen, dass es noch am selben Tag beginnen sollte.

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